Das idyllische Fischerdorf Gudhjem, findest du an der Ostküste der dänischen Ostseeinsel Bornholm. Zwischen Sandvig an der Nordspitze und Svaneke am östlichsten Punkt der Insel, schmiegt sich der malerische kleine Ort eng an die Felsenküste.
Wir besuchen Gudhjem Anfang September. Selbst jetzt in der Nebensaison, ist es gar nicht so einfach, einen Parkplatz zu finden. Im oberen Ortsteil, an der Küstenstraße, gleich neben der Tankstelle, haben wir schließlich Glück. Das Parken ist hier kostenlos und es gibt auch einige Ladestationen für E-Autos. Im unteren Ortsteil, nahe beim Hafen, findest du kostenpflichtige Parkplätze. In der Hauptsaison würde ich aber den Ortskern mit dem Auto meiden.
Rundgang durch Gudhjem
Bequem über einen Zebrastreifen queren wir den Helligdomsvej, die Küstenstraße. Hier gibt es auch eine Bushaltestelle. Das Busnetz auf Bornholm ist sehr gut ausgebaut. Fahrpläne erhältst du in den Tourist Büros. Hier in Gudhjem, befindet es sich zentral am Hafen. Schon nach wenigen Schritten erreichen wir die weithin sichtbare Holländerwindmühle Kullmanns Mølle. Sie ist die größte Windmühle Dänemarks.

Wir halten uns schräg rechts und erfreuen uns an den farbenfrohen Fischerhäusern in südländisch anmutenden Gärten mit Feigen-und Maulbeerbäumen.

Die, hoch über Gudhjem thronende Kirche, lassen wir zunächst links liegen und genießen den herrlichen Ausblick auf den unteren Ortsteil. Steile Holztreppen führen von hier aus, hinunter zum Wasser. Wir aber folgen der kleinen Gasse bis zur Kirche.

Gudhjem Kirke wurde 1893 erbaut. Der imposante neuromanische Sakralbau besteht aus Granitquadern und ist mit grauem Schiefer gedeckt. Sehenswert ist das dreiteilige spätgotische Altarbild, das um 1475 entstanden ist. Auf dem Friedhof bei der Kirche wurde 1966 der bedeutende Bornholmer Maler Oluf Høst beigesetzt. Eine Bank lädt an diesem stillen Ort zum Verweilen ein. Von hier aus ist der Ausblick auf Gudhjem besonders malerisch.



Nach unserem kleinen Abstecher hinauf zur Kirche, folgen wir wieder der engen, steilen Gasse hinab in Richtung Hafen. Idyllische Winkel laden uns zum Fotografieren und genießen ein.


Rund um Gudhjem Havn
Im unteren Ortsteil angekommen, besuchen wir zuerst den Hafen. Von hier aus startet das Ausflugsschiff zu den Erbseninseln. Die Tickets für einen Tagesausflug gibt es direkt beim Anleger. In der Hauptsaison empfiehlt es sich, die Fahrkarten vorab online zu buchen. Außerdem legt von hier die M/S Thor zu Fahrten entlang der Helligdomsklippernen ab. Wir spazieren nach links parallel zum Wasser und passieren die Gudhjem Glasrøgeri, die Glasbläserei. Kurz darauf erreichen wir Nørresand Havn. Der idyllische kleine Hafen am nördlichen Ortsrand gefällt mir besonders gut. Von hier aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Schärenküste und die Ostsee. Hier ganz in der Nähe, in der Løkkegade 35, befindet sich das Oluf Høst Museum. Hier sind einige seiner Werke ausgestellt. Weitere befinden sich im Bornholm Kunstmuseum.


Nørresand Havn in Gudhjem – Kleiner Hafen mit großer Geschichte
Der Nørresand Havn liegt am nördlichen Rand des Küstenortes Gudhjem auf Bornholm und ist einer der beiden Häfen des malerischen Städtchens. Im Gegensatz zum Haupt- oder Südhafen ist Nørresand kleiner und ruhiger, aber geschichtlich eng mit der Entwicklung Gudhjems verbunden. Schon im 18. und 19. Jahrhundert diente er den Fischern als wichtiger Anlegeplatz. Damals war die Heringsfischerei die Lebensgrundlage vieler Familien, und der Hafen war ein geschäftiger Ort, an dem Boote ausliefen, Netze geflickt und Fische geräuchert wurden.


Der Hafen selbst ist aus Granitblöcken errichtet und wird von einer schützenden Mole umgeben, die in die Ostsee hinausragt. Die kleine Hafenbucht bietet Schutz vor Wind und Wellen und ist bis heute Anlaufstelle für Fischerboote, Freizeitkapitäne und Kajakfahrer. Rund um den Kai stehen noch alte Bootsschuppen und Speicher, die teils restauriert und zu Werkstätten oder kleinen Galerien umgestaltet wurden.
Heute hat der Nørresand Havn seinen ursprünglichen Charakter weitgehend bewahrt. Er ist ein stiller, authentischer Ort, an dem sich die maritime Tradition Gudhjems noch spüren lässt. Besucher genießen von hier aus einen weiten Blick über die Ostsee und die Felsküste, und besonders am Abend, wenn die Sonne über den Granitfelsen untergeht, herrscht eine besondere Atmosphäre. Der Hafen ist damit nicht nur ein historisches Zeugnis der Bornholmer Fischereikultur, sondern auch ein beliebter Aussichtspunkt und ruhiger Gegenpol zum lebhafteren Zentrum von Gudhjem.



Nach einer ausgiebigen Rast an diesem heimeligen Ort, geht es zurück durch verwinkelte, kleine Straßen bis zur Gudhjem Røgeri. Sie ist die älteste Räucherei auf Bornholm. Im Sommer wird hier Live Musik geboten.




Gudhjem Røgeri – Traditionelles Räucherhaus auf der Insel Bornholm
Das Gudhjem Røgeri ist eines der bekanntesten Räucherhäuser Bornholms und liegt direkt an der Küste im Herzen des Ortes Gudhjem. Seit Ende des 19. Jahrhunderts werden hier Fische nach alter Bornholmer Tradition geräuchert – eine Handwerkskunst, die tief in der Geschichte der Insel verwurzelt ist. Besonders in Gudhjem, wo Fischerei und Seefahrt über Jahrhunderte das Leben prägten, war das Räuchern eine unverzichtbare Methode, um den Fang haltbar zu machen.
Das Gebäude selbst ist ein typisches Bornholmer Räucherhaus mit gelb gekalkten Wänden und den charakteristischen weißen Schornsteinen, die schon von Weitem sichtbar sind. Im Inneren befindet sich der große Räucherraum mit den gemauerten Öfen, in denen die Fische – vor allem Heringe – über Erlenholzfeuer gegart und veredelt werden. Der Duft von Rauch und Salz liegt hier fast ständig in der Luft und gehört fest zur Atmosphäre des Ortes.
Berühmt ist das Gudhjem Røgeri für den Bornholmer Räucherhering, den „Sol over Gudhjem“ – ein einfaches, aber traditionsreiches Gericht, das aus warmem Räucherhering, rohem Eigelb, Schnittlauch und Schwarzbrot besteht. Der Name bedeutet „Sonne über Gudhjem“ und spielt auf das Eigelb an, das wie die Sonne über dem goldenen Fisch liegt.
Heute ist das Räuchereihaus nicht nur Produktionsstätte, sondern auch beliebtes Ausflugsziel. Es bietet eine große Auswahl an frisch geräucherten Fischen, ein Restaurant mit Blick auf die Ostsee und vermittelt zugleich ein Stück Bornholmer Kulturgeschichte. Das Gudhjem Røgeri steht beispielhaft für die Verbindung von Tradition, Handwerk und regionaler Identität, die Bornholm bis heute prägt.

Die steile Brøddegade, führt von hier aus, wieder hinauf zur Küstenstraße und damit zum Parkplatz. Aber vielleicht möchtest du ja noch beim originellen Pfannkuchenhaus eine Rast einlegen, bevor du die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung besuchst.


Rund um Gudhjem
Helligdomsklipperne
Die Heiligtumsklippen findest du rund 8 Kilometer nördlich von Gudhjem. Die bis zu 20 Meter aufragenden Felsformationen, kannst du dir erwandern oder sie bequem vom Schiff aus genießen. Vielleicht planst du ja die 8,5km lange Küstenwanderung ab Gudhjem und lässt dich dann von der M/S Thor zurück fahren. Ausgeschilderte Parkplätze, findest du nahe der Küstenstraße im Wald und etwas weiter nördlich beim Kunstmuseum. Von dort sind es jeweils nur wenige Meter zu den Klippen. Steile Treppen führen dich zu spektakulären Aussichtsplattformen.

Bornholms Kunstmuseum
Oberhalb der Helligdomsklippernen, eingebettet in die wunderschöne Natur mit Blick auf die Ostsee, liegt das Bornholm Kunstmuseum. Wir sind ein wenig überrascht, als wir von den Klippen kommend, hier diese hypermoderne Architektur vorfinden. Aber, das macht ihren ganz besonderen Reiz aus. Das Museum beherbergt Kunst von der Insel ab dem 19.Jh. bis zur Gegenwart. Gemälde, Keramiken und Glaskunst aller bedeutenden Bornholmer Künstler findest du hier. Sonderausstellungen und Konzerte runden das Angebot ab. Das Museum wurde 1993 auf die Heiligtumsquelle gebaut. Diese, seit dem Mittelalter bekannte Heilquelle, fließt nun durch das moderne Gebäude, um dann in die Ostsee zu münden. 4000 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf 3 Etagen, eine Aussichtsplattform mit Blick auf das Meer und ein Museumscafé warten auf deinen Besuch.



Østerlars Rundkirche
Von der Küstenstraße zweigt in Gudhjem, gegenüber dem Brugsenmarkt, der Gudhjemvej in Richtung Østerlars ab. Nach wenigen Kilometern erreichst du die imposante Rundkirche. Sie ist die größte und älteste der vier Rundkirchen auf der Insel Bornholm. Die Außenanlage ist frei zugänglich. Das Innere der Kirche, kann gegen ein Eintrittsgeld (derzeit 20 Kronen oder 3 Euro) von Mai bis September, besichtigt werden. Der rechteckige Glockenturm steht, wie bei Rundkirchen üblich, separat.


Østerlars Rundkirche – Architektonisches Wahrzeichen Bornholms
Die Østerlars Rundkirche ist die größte und älteste der vier Rundkirchen Bornholms und eines der markantesten Bauwerke der Insel. Sie wurde um das Jahr 1150 errichtet und diente ursprünglich sowohl als Gotteshaus als auch als Wehrkirche. Ihre massive Bauweise mit dicken Granitmauern und engen Treppenaufgängen zeugt von einer Zeit, in der Kirchen nicht nur Orte des Glaubens, sondern auch Zufluchtsorte in Zeiten der Gefahr waren.
Aufbau und Architektur
Die Kirche ist dreigeschossig angelegt und kreisrund gebaut – ein Stil, der auf Bornholm einzigartig ist und wohl vom Jerusalemer Felsendom inspiriert wurde. Im Inneren befindet sich eine zentrale Rundsäule, die das Dach trägt und von einem Umgang umgeben ist. Darüber liegt eine Empore, und im obersten Geschoss befand sich früher ein Wehrgang, von dem aus die Kirche im Falle eines Angriffs verteidigt werden konnte. Das Dach war ursprünglich mit Holzschindeln gedeckt, später erhielt es eine konische Ziegelhaube.
Verwendung und Geschichte
Neben ihrer religiösen Funktion diente die Østerlars Rundkirche über Jahrhunderte als Schutzraum für die Dorfbewohner. In Kriegszeiten suchten sie hier Zuflucht, und im oberen Bereich wurden Vorräte und Waffen gelagert. Im Mittelalter war die Kirche dem Heiligen Laurentius (dänisch: Lars) geweiht, was auch ihren Namen erklärt. Zahlreiche Um- und Erweiterungsarbeiten im Laufe der Jahrhunderte haben das Gebäude verändert, doch der ursprüngliche Charakter blieb erhalten.
Innenraum und Besonderheiten
Im Inneren sind noch Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert erhalten, die Szenen aus dem Leben Christi zeigen. Besonders auffällig ist die helle, klare Raumwirkung und die imposante zentrale Säule, die das gesamte Gewölbe trägt. Der Altar und die Kanzel stammen aus der Renaissancezeit, während der Taufstein romanischen Ursprungs ist.
Bedeutung heute
Die Østerlars Rundkirche ist heute eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Bornholms. Sie steht für die Verbindung von Glauben, Geschichte und Verteidigungsarchitektur, die die Insel im Mittelalter prägte. Noch immer wird sie für Gottesdienste genutzt, zugleich aber auch von vielen Reisenden besucht, die sich für ihre außergewöhnliche Bauweise und ihre lange Geschichte interessieren.



Ich habe dir hier nur eine kleine Auswahl an Sehenswürdigkeiten in und um Gudhjem vorgestellt. Es gibt hier noch viel mehr zu entdecken, wie zum Beispiel das Landwirtschaftsmuseum bei Melsted und das Mittelalterzentrum nahe Østerlars. Auch die Küstenwanderung von Gudhjem nach Melsted kann ich dir empfehlen.
Zur Info:
*Ferienhäuser in Gudhjem
*Reiseführer Insel Bornholm
*Wanderführer Bornholm
Schifffsfahrt zu den Erbseninseln (Christiansø)
Mit der M/S Thor zu den Helligdomsklippernen

