Zauberhaftes Grenen-Die Spitze Dänemarks

Für mich ist Grenen ein magischer Ort. Ich hatte schon seit langem den Wunsch, die äußerste Spitze Dänemarks zu besuchen und mit den Füßen gleichzeitig in zwei Meeren zu stehen. Das, was halt jeder Tourist dort tut. Dann kam es doch ganz anders, aber viel schöner, als ich es mir erträumt hatte. Aber mal ganz von vorn:

Wir machen uns auf den Weg nach Skagen

Von Sæby an der Ostseeküste, sind es rund 55 Kilometer bis Skagen. Wir fahren schon zeitig nach dem Frühstück los. Das Wetter ist herrlich, es ist Anfang August und wir rechnen mit großem Andrang. Grenen ist eines der meistbesuchten Ziele in Nordjütland. Über die Nationalstraße 40 erreichen wir die Landzunge Skagen Odde. Nur etwa drei Kilometer liegen hier zwischen Nord-und Ostsee. Skagen Odde ist mit ca. 30 Kilometern Länge eine der größten Landzungen weltweit. Je weiter wir gen Norden fahren, desto uriger wird die Landschaft. Das Heidekraut beginnt bereits zu blühen und setzt dezente Farbtupfer in die karge Natur. Die Landschaft besitzt einen herben Charme, dem ich sofort verfalle. Ich bin voller Vorfreude auf das anstehende Erlebnis. Wir fahren heute durch Skagen nur durch. Die Straße führt uns direkt auf den großen Sammelparkplatz. Hier ist Endstation, weiter geht es nur zu Fuß oder mit dem Sandormen. Dabei handelt es sich um einen gewaltigen Traktor mit Anhänger. Der Name ist Programm. Wie ein mächtiger Wurm kämpf sich das Gespann durch den Sand. Eine gute Alternative für alle, die nicht so gut zu Fuß sind.

Grenen
Sandormen

Wir lösen unser Parkticket mit der Kreditkarte. Bargeld nimmt der Automat nicht an. Dann marschieren wir los, gleichzeitig macht sich auch der Sandwurm auf den Weg. Wir beschließen zuerst zum Ostseestrand hinüber zu gehen und dort am Wasser entlang in Richtung “Hier ist Dänemark zu Ende” zu wandern. In den Dünen stoßen wir auf das Grab des dänischen Dichters Holger Drachmann, der hier in einer Gruft beigesetzt wurde.

Grenen

Zeugnisse der Geschichte am Strand von Grenen

Grenen

Von der Düne sehen wir die ersten Bunker des Atlantikwalls. Überbleibsel aus dem 2. Weltkrieg. Der Wall wurde zur Verteidigung gegen die Westalliierten gebaut und reicht über 2685 Kilometer von Norwegen bis Frankreich. In Fécamp auf dem Cap Fagnet haben wir vor zwei Jahren eine ausgedehnte Bunkeranlage besichtigt. War irgendwie ein komisches Gefühl, als Deutscher dort herumzulaufen. Mir ging es jedenfalls so. Im Skagen Bunkermuseum, unweit vom Parkplatz, kann man dieses Thema vertiefen.

Der Sandormen ist schon an der Spitze angekommen und wir stapfen tapfer durch den tiefen Sand zwischen den Dünen.

Leuchtturm Grenen
Grenen

Dann erreichen wir das Wasser und der Sand wird fester. Wie eine Karawane bewegt sich der Strom der Touristen in Richtung Landspitze. Viele tragen ihre Schuhe in der Hand und genießen den Spaziergang durch das flache Wasser.

Eine Vielzahl großer Frachtschiffe zieht in einiger Entfernung vorbei. Fasziniert bleiben wir immer wieder stehen und schauen auf die Ostsee. Ich muss die Hand über die Augen halten. Das Licht hier ist wirklich einzigartig. Ich kann mir gut vorstellen, wie es die Skagenmaler beflügelt hat. Der Leuchtturm wird immer kleiner und wir kommen unserem Ziel immer näher.

Die Überraschung

Ich kann die Landspitze schon fast sehen. Eine Traube von Menschen bildet sich dort. Unwillkürlich laufe ich immer schneller. Dann erkenne ich, warum es sich da vorne so staut. Ich kann mein Glück kaum fassen: Eine Anzahl Robben räkelt sich genüsslich im warmen Sand. Ist nix mit “Stehen in zwei Meeren”. Aber das hier ist noch viel besser! Sicher kenne ich Robben aus dem Zoo, aber in freier Natur habe ich sie noch nie erlebt. Ein Schild weist darauf hin, Abstand zu den Tieren zu halten und sie nicht zu stören. Alle halten sich daran und es wird eifrig fotografiert.

Grenen
Robben Grenen
Grenen Robben
Grenen

Ein Jungtier schwimmt ganz nah am Ufer entlang. Es scheint die Menschenmenge mit seinen großen Kulleraugen ganz genau zu beobachten. Dann robbt es direkt hinter dem Schild an Land und wirft einen prüfenden Blick in die Runde. Es ist einfach umwerfend. ich bin hin und weg. Soo schön ist das.

Grenen Seehunde
Seehund Grenen

Ich kann mich kaum losreißen. Wir beschließen nun an der Nordsee entlang zu wandern. Der Sandwurm tritt ebenfalls wieder den Rückweg an und wir folgen ihm langsam.

Grenen Sandormen
Grenen Strand

Mich fasziniert die Weite des Himmels. Irgendwie hat das hier etwas vom Ende der Welt. Und immer wieder bleiben wir stehen, halten die Hand über die Augen und staunen.

Dieser kleine Kerl lässt sich von uns ebensowenig stören, wie die Robben

Der Sandormen biegt in einen breiten Weg vom Strand ab und verschwindet zwischen den Dünen. Wir folgen ihm, da er uns den Weg zum Parkplatz weist.

Grenen

Das war ein herrliches Erlebnis. Noch viel schöner, als ich es mir vorgestellt hatte. Es hat einfach alles gepasst. Das herrliche Wetter, die Seehunde, einfach traumhaft schön.

Am Vippefyret

Am Auto angekommen beschließen wir, vor dem Mittagessen in Skagen, noch einen kurzen Abstecher zum Vippefyret zu unternehmen. Da kommen wir sowieso vorbei. Das Vippefyret kann man mit Wippfeuer übersetzen. Das erste dieser Wippfeuer, eine Art “Leuchtturm”, wurde im Jahre 1627 gebaut. Dieses Exemplar hier ist eine original getreue Kopie von 1913. Das ursprüngliche Vippefyret wurde 1747 vom weißen Leuchtturm abgelöst.

Vippefyret Grenen
Vippefyret

Wir legen eine kurze Verschnaufpause ein und genießen noch ein wenig die schöne Umgebung. Den Nachmittag werden wir in Sæby am Strand verbringen und vom magischen Licht an der Spitze von Grenen träumen.

Grenen
Grenen

Zur Vertiefung:

Der Sandormen

Grenen Kunstmuseum

Skagen Bunkermuseum

2 Kommentare bei „Zauberhaftes Grenen-Die Spitze Dänemarks“

  1. Ich bin gerade auf diesen Blog und diesen Artikel gestoßen.
    Ich liebe solche leidenschaftlichen Artikel, vorallem, wenn es dabei um Dänemark geht. Der Artikel liest sich toll, ich habe direkt mitgefühlt. Für uns geht es in diesem Jahr an die Spitze.
    Vielen Dank, ich stöbere direkt weiter!

    1. Hallo Linda, vielen lieben Dank für das nette Feedback. Darüber freue ich mich sehr. Auch meinen Mann und mich zieht es im August noch einmal an die Spitze Dänemarks. Es war einfach zu schön.
      Liebe Grüße Marion

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