Zu einem Urlaub im Chiemgau, gehört unbedingt ein Besuch auf der Herreninsel mit dem Schloss, und der kleineren, sehr idyllischen Fraueninsel. Vom Hafen in Prien verkehren die Fahrgastschiffe ganzjährig zu den Inseln. Wer am Bahnhof ankommt, kann von Mitte Mai bis Mitte September, die 1,8 Kilometer lange Strecke zum Hafen mit der nostalgischen Chiemseebahn fahren. Seit 1887 ist die Dampf-Straßenbahn in Betrieb. Die Fahrt ist nicht nur für Kinder ein tolles Erlebnis. Wer mit dem Auto anreist, findet am Hafen einen großen Parkplatz.
Neben gepflegter Gastronomie bietet der Hafen eine schöne Promenade mit herrlicher Aussicht. Zahlreiche Bänke laden zum Verweilen ein. Hier sind auch Bootsverleihe ansässig, die Elektro,- Tret- und Ruderboote vermieten.
Schon von der Promenade aus, kann man einen ersten Blick auf Schloss Herrenchiemsee erhaschen. Es ist ein stetiges An- und Ablegen der Fahrgastschiffe, alle wollen auf die Inseln.
Mit dem Schiff zur Herreninsel
Die Herreninsel ist die größte der im Chiemsee liegenden Inseln. Das ehemalige Chorherrenstift Kloster Herrenchiemsee gab der Insel ihren Namen. Die Hauptattraktion jedoch, ist das von König Ludwig II. erbaute Schloss Herrenchiemsee. Er kaufte die Insel im Jahre 1873 und plante das Schloss als verkleinerte Kopie von Schloss Versailles. Die Außenanlagen mit ihren wunderschönen, prunkvollen Fontänen allein, sind schon sehenswert. Das Innere des Schlosses kann bei einer Führung besichtigt werden und macht dem Märchenkönig alle Ehren.
Wir beschließen ein Kombiticket zu kaufen und zuerst die Herreninsel und danach die Fraueninsel zu besuchen. Das Wetter ist herrlich und die Schifffahrt einfach wunderschön. Vom Wasser aus sehen wir das Erlebnisbad Prienavera, das nicht nur an Regentagen viel Spaß verspricht.
Auf dem Chiemsee
Bei dem herrlichen Wetter ist auf dem Chiemsee ordentlich was los. Unzählige Seegelboote tummeln sich rund um das Fahrgastschiff und wir haben viel zu schauen. Einen ersten Blick auf die Fraueninsel mit dem Glockenturm bietet sich uns auch schon.
Dann erreichen wir auch schon den Schiffsanleger. Gleich nebenan legt gerade das Dampfschiff Ludwig Fessler ab und macht sich auf den Weg zur Fraueninsel. Der Schaufelraddampfer stammt aus dem Jahre 1926 und ist extrem beliebt.
Vom Ufer bietet sich ein schöner Blick auf die gegenüber liegende Fraueninsel. Alle eilen jetzt dem Schloss zu. In der Nähe des Anliegers befindet sich die Schlosswirtschaft Herrenchiemsee. Dort werden wir später draußen, unter großen Sonnenschirmen, Brotzeit machen. Zahlreiche Pferdekutschen warten auf Kundschaft. Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann sich bis zum Schloss fahren lassen. Die Kinder sind sowieso begeistert.
Wir beschließen durch den Wald zum Schloss zu spazieren. Zuerst kommen wir am Augustiner Chorherrenstift vorbei. Das im Barockstil errichtete Gebäude beherbergt ein Museum und eine Galerie. Der idyllische Rosengarten ist für Blumenfreunde interessant.
Immer wieder werden wir von Kutschen mit erwartungsvollen Menschen überholt. Alles strömt zum Märchenschloss. Das letzte Stück durch den wunderbar kühlen Forst ist angenehm bei der Hitze. Ja und dann erreichen wir das beeindruckende Schloss inmitten der prunkvollen Fontänen.
Das Märchenschloss Herrenchiemsee
Man weiß kaum, wohin man zuerst schauen soll. Ein tolles Wasser Spektakel, eben typisch Märchenkönig Ludwig. Sogar die Rückseite des Schlosses ist beeindruckend. Eine Schlossführung ist unbedingt zu empfehlen, offenbart sie doch den unglaublichen Prunk des Schlosses.
Geduldig warten die Pferde auf die Rückfahrt zum Anleger und genießen die Streicheleinheiten. Wir machen uns auch auf den Weg zum Schlosswirt. Eine kleine Pause vor der Überfahrt zur Fraueninsel muss jetzt unbedingt sein!
Besuch auf der Fraueninsel
Die Fraueninsel ist die zweitgrößte Insel im Chiemsee. In rund 50 Häusern leben hier dauerhaft etwa 300 Menschen. Von Gstadt dauert die Überfahrt nur 10 Minuten, von Prien ca. eine halbe Stunde. Hauptanziehungspunkt auf der idyllischen Insel ist das Kloster Frauenwörth, das der Insel den Namen gibt. Offiziell heißt die Fraueninsel „Frauenchiemsee“. Ein schöner Spazierweg führt auf 1,5 Kilometern Länge einmal rund um die Insel. Von der Herreninsel kommend legt unser Schiff am Nordsteg an. Direkt gegenüber liegt der Ort Gstadt.
Spaziergang rund um die Fraueninsel
Die Fraueninsel ist einer meiner liebsten Orte im Chiemgau. In den sechs Jahren, die ich in Seebruck gelebt habe, bin ich unzählige Male auf der Insel gewesen. Besonders schön ist es unter der Woche in der Vor,-und Nachsaison. Dann ist der Andrang nicht so groß und man kann die Idylle so richtig genießen. Es gibt solche Orte, die sich für immer im Kopf festsetzen. Die Fraueninsel ist für mich so ein Ort, genau wie der Wössner See oder das Kloster Seeon.
Die Künstlerkolonie Frauenchiemsee wurde 1828 von dem Maler Max Haushofer auf der Fraueninsel gegründet. Über 50 Werke können in der „Galerie Maler am Chiemsee“ im Chorherrenstift auf der Herreninsel besichtigt werden. Besonders ans Herz legen möchte ich dem Besucher der Fraueninsel, die Insel Töpfereien. Hier werden besonders schöne Töpferwaren hergestellt und die Auswahl ist wirklich toll.
Eine besondere Spezialität aus dem Chiemsee, ist die Seeforelle. Sie schmeckt einfach vorzüglich! Auf der Fraueninsel kann man sie beim Inselwirt oder auch direkt beim Fischer genießen. Die Gastronomie auf der Insel ist vielfältig und wirklich zu empfehlen.
Das Kloster Frauenwörth geht auf das 7. Jahrhundert zurück. Der Klosterladen lädt zum Stöbern und kaufen ein.
Auch auf der Fraueninsel „begegnen“ wir wieder dem Schaufelraddampfer Ludwig Fessler und wie immer drängen sich die Menschen für eine nostalgische Fahrt über den Chiemsee. Wir setzen unsere Runde um die Insel fort und erreichen schließlich wieder den Nordsteg, von dem aus wir die Rückfahrt nach Prien/Stock antreten.
Zur Info:
Auf meinem Ausflug zur Herreninsel und Fraueninsel, habe ich einige Sehenswürdigkeiten nur kurz angerissen. Wenn du dich näher informieren magst, findest du hier einige vertiefende Links: